Bookmark successfully added.
Soubor „AGFl_AV.22.0896.mp4“
| Název souboru ve složce | AGFl_AV.22.0896.mp4 |
|---|---|
| Folder name | |
| Zdroje | KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Signatur: AGFl AV.22.0896 |
| Velikost souboru | 418.62 MB |
| Velikost | 640px × 360px |
| Náhled | |
| Reference | |
| Délka | 01:06:13 |
| Poměr velikosti | 16:9 |
Vytvořeno 23.07.2014 08:49:13
Poslední změna 18.03.2022 20:34:02
Titulky souboru „AGFl_AV.22.0896.mp4“
| 00:00:00 | IV: Test. |
| 00:00:00 | CM: Läuft. |
| 00:00:01 | IV: Ähm. |
| 00:00:03 | IV: Heute ist Freitag, der 19. Juli 2013. Wir sind hier im Hotel Admira in Weiden in der Oberpfalz. |
| 00:00:11 | Mein Name ist Michael Aue von der Medienwerkstatt Franken. |
| 00:00:14 | Und ich führe jetzt ein Interview mit Herrn Jakob Fassler, der in Israel lebt, in Mannheim geboren ist und äh.. |
| 00:00:23 | im Konzentrationslager Flossenbürg war und diese Geschichte jetzt erzählen wird. |
| 00:00:34 | CM: (???) |
| 00:00:36 | IV: Gut. Seid ihr? Wenn ihr so weit seid. |
| 00:00:41 | CM: Ja. |
| 00:00:43 | IV: Herr Fassler, bevor wir zu der ganzen Geschichte der Lagerhaft kommen, |
| 00:00:48 | möchte ich Sie bitten, mir etwas von Ihrer Kindheit und Jugend zu erzählen. |
| 00:00:51 | Wo Sie geboren sind, etwas über Ihre Familie, wie Sie aufgewachsen sind. |
| 00:00:57 | JF: Also, ich bin in Mannheim geboren 1924. |
| 00:01:03 | Äh.. als Kind ging ich in die Volksschule L.., L1 oder L2, K5. |
| 00:01:12 | Von der fünften Klasse an als.. anstatt in, in äh Gymnasium zu kommen, |
| 00:01:21 | war verboten für Juden.. im Gymnasium. |
| 00:01:25 | Aber die, die jüdische Gemeinde hatte ein, hatte eine äh.. |
| 00:01:30 | eine Schule ge.., gegründet eigentlich. |
| 00:01:36 | Und das war eine jüdische Schule bis, |
| 00:01:42 | bis zum 9. oder 10. November neunund.. 38. Da haben die.. war die Krist.., Krist.., äh Kristallnacht. |
| 00:01:52 | Mein Vater war Österschein, äh Österscha.. |
| 00:02:00 | IV: Österreicher. |
| 00:02:00 | IV: Österreicher. |
| 00:02:02 | Und äh.. aber er hatte kein.. hatte wahrscheinlich kein äh keinen äh Passport. |
| 00:02:11 | Er wurde als Pole am 28. Oktober 1938 ausgewiesen. |
| 00:02:20 | Meine Mutter und wir Kinder blieben in Mannheim bis 15. J.., Juni acht.. 39. |
| 00:02:30 | Dann wurden wir gam.. also da hatten wir.. |
| 00:02:34 | Meine Mutter wollte sich mit dem Vater wieder sehen äh.. |
| 00:02:37 | Und sie bekam damals, das nennt sie so, einen roten Stempel auf.. in der.. für.. um nach Polen einzuwandern. |
| 00:02:47 | Und wir kamen nach Polen, paar Wochen vor Ausbruch des äh Krieges. |
| 00:02:54 | Ungefähr sechs Wochen vor dem 1. September 1939, glaube ich, da brach der Krieg aus. |
| 00:03:02 | Und dann äh, und dann äh, als die, die Deutschen.. die Soldaten und äh nach.. wir waren in.. |
| 00:03:11 | Mein Vater war in Krakau geboren und.. |
| 00:03:15 | Da hatten wir.. Es ist mir so.. es ist mir ein bisschen schwer zu.. alles so, |
| 00:03:21 | so chronologisch zu erkl.. zu erzählen. |
| 00:03:24 | IV: Muss nicht. Erzählen Sie ruhig, was... Vielleicht erzählen Sie noch ein bisschen, was Ihr Vater von Beruf war. |
| 00:03:30 | Ob Sie Geschwister hatten. Dass man etwas über die Familie noch erfährt. |
| 00:03:33 | JF: Mein Vater war eigentlich äh Schächter für äh rituale äh Gründe. |
| 00:03:43 | Aber weil das Schächt verbi.. für Juden verboten wurde, ich glaube 33. |
| 00:03:50 | Und er war.. hatte keinen anderen Beruf, da wurde er so etwas wie ein Ver.. Kaufmann. |
| 00:03:58 | Was die meisten Juden taten damals in dieser Zeit. |
| 00:04:02 | Sie waren.. hatten keinen anderen Ausweg. |
| 00:04:07 | Und das war äh.. wir hatten äh.. war uns sehr, sehr schwer, das Leben. |
| 00:04:15 | Als Kind, ich erinnere mich je.., jetzt, jetzt erinnere ich mich. |
| 00:04:18 | Als Kind hatte ich äh sehr ge.., gelitten unter dem Antisem.., Antisemitismus. |
| 00:04:28 | Als Kind.. Jude, Stinkjud, geht nach Palästina, geh raus. |
| 00:04:35 | Im Garten, im Kindergarten, im äh.. war ich im Hort, äh Hort. |
| 00:04:42 | IV: Kinderhort. |
| 00:04:43 | JF: Kinderhort, ja. |
| 00:04:45 | Hab', hab' viel, viel gelitten da. In der Klasse war ich der einzige Jude unter 40, 45 Schülern. |
| 00:04:56 | Sogar äh Hitlerjungen waren da. Ich hatte sogar einen gewissen Freund, der saß an meinem.. bei mir. |
| 00:05:06 | Und von ihm bekam ich die Schul.. äh die... |
| 00:05:10 | Wenn ich Samstag äh nicht in die Schule ging, |
| 00:05:13 | dann ging ich zu ihm nach Hause, um die Aufgaben zu bekommen. Äh.. |
| 00:05:22 | Aber sonst, in der Schule selbst äh.. |
| 00:05:26 | Ich erinnere mich, man.. Jeden, fast jeden Morg.., Morgen, wenn man in.. als man in die Schule kam.. in der K5 war.. |
| 00:05:36 | In der Turnhalle große ro.., gro.., ro.. Turnhalle mit roten Fahnen und langen, dünnen Hakenkreuzfahnen. |
| 00:05:44 | Und ich als Jude stand da zwischen allen Kindern zusammen. {schluckt} |
| 00:05:49 | Das Gefühl.. nicht so s.., sehr, wirklich nicht äh sehr angenehm. |
| 00:05:57 | Und.. weiß nicht mehr weiter. |
| 00:06:05 | IV: Können Sie sich so ein bisschen an die Zeit vor der Reichskristallnacht erinnern? |
| 00:06:09 | Wie sich die Situation in Deutschland für Sie und Ihre Familie verändert hat? |
| 00:06:14 | JF: Bitte nochmals die Frage. |
| 00:06:16 | IV: Können Sie sich noch erinnern, in der Zeit vor der Reichskristallnacht, wie langsam sich die Verhältnisse verändert haben? |
| 00:06:23 | Auch so in Mannheim, für Sie als Juden. |
| 00:06:27 | JF: Die Veränderung war ziemlich groß, das schon. Also ich hatte fang.. Angst, auf die Straße zu gehen. |
| 00:06:34 | Äh ich.. weil von Zuhause her bin i.. waren wir äh sehr fromm. |
| 00:06:40 | Als Jude.. Kind äh ging ich immer mit einer Basketmütze. |
| 00:06:47 | Ich hab auch.. meine Nase ist nicht so arisch genau. |
| 00:06:51 | Dass man von weitem hat man mich erkannt als Jude. Stinkjud. |
| 00:06:56 | Hinaus, Dreckjud, Stinkjud und so weiter.. viele.. |
| 00:07:00 | Na ja, damit.. Ich musste immer da auf die andere Seite der Straße gehen. |
| 00:07:05 | Äh ich erinnere mich, an der Stecke.. an der Ecke von der.. wo ich wohne.. wohnte, H7, da war der Stürmer. |
| 00:07:15 | Da standen immer Männer.. viele Leute, die haben den Stürmer gelesen. |
| 00:07:19 | Und ich.. da durfte ich nicht äh nah da beim äh, da bei äh mich nähern. |
| 00:07:29 | Meine Sprache ist ein bisschen schwer. |
| 00:07:31 | Ich i.. spr.. ich spreche 56.. 65 Jahre kein Deutsch. Die ganze Familie spricht nur Ivrit. |
| 00:07:38 | Und ich muss.. ich übersetze von D.. von Ivrit auf, auf Deutsch. |
| 00:07:44 | IV: Lassen Sie sich Zeit. Ich verstehe Sie gut. |
| 00:07:47 | Und ich finde, das Deutsch ist noch ziemlich perfekt. |
| 00:07:50 | Aber es ist mühsam, vielleicht. |
| 00:07:53 | JF: Äh.. also da.. |
| 00:07:57 | Jedes Mal wird es.. wurde es schlimmer. Und die Angst äh auf der Straße zu gehen und äh.. |
| 00:08:04 | Ich erinnere mich: Am, am 10. No.., November, net mal des. |
| 00:08:09 | In Mannheim, glaube ich, es war der 10. November, nicht der 9. |
| 00:08:13 | Oder umgekehrt. Ich bin nicht genau sicher. |
| 00:08:16 | Hab' durch, durch das Fenster, durch äh.. vom Fenster aus über, über die Straße hat.. war.. |
| 00:08:23 | Mein Freund ging äh.. hat da gewohnt. Sein Vater war irgend.., irgendein, ein Händler. |
| 00:08:32 | Man hat dann alles, das ganze Inventar von der Wohnung durch das Fenster rausgeschmissen und auf der Straße angezün.., angezündet. |
| 00:08:41 | Und äh die.. ich wollte sehen.. ich habe den, den Vorhang ein bisschen weggerückt. |
| 00:08:47 | Meine Mutter (???), hatte furchtbar Angst gehabt, dass man durch sieht, dass hier auch, auch noch Juden gewohnt.. wohnen. |
| 00:08:55 | Äh solche, solche Kleinigkeiten waren sehr wichtig. Das.. |
| 00:09:00 | Sie hatten großen Eindruck auf, auf.. Ich war damals 14 Jahre alt. |
| 00:09:10 | Das war, das war ziemlich sch.. schwer, ich mein.. |
| 00:09:13 | Wenn Sie mich fragen, vielleicht Fragen st.., äh Fragen stellen wollen. |
| 00:09:15 | IV: Ich stelle.. |
| 00:09:16 | Ich frage immer mal zwischendurch. |
| 00:09:19 | Haben Sie gehofft, dass sich die Situation für Sie verbessert, wenn Sie nach Polen gehen? |
| 00:09:25 | JF: Ich glaube kaum, dass ich an so etwas gedacht habe. Glaube kaum.. es war.. |
| 00:09:30 | IV: Die Eltern haben das entschieden. |
| 00:09:32 | JF: Die haben.. ja.. |
| 00:09:34 | Da.. ja.. |
| 00:09:36 | Also, auch in Polen war es wie äh.. dasselbe: |
| 00:09:40 | Die Wehrmacht ins.. rein, dann kam die SS. |
| 00:09:44 | Ich habe, ich habe bei der SS in Krakau auf dem äh Pravel äh Turm.. {meint den Wawel} |
| 00:09:53 | Oder wie das heißt. Das war so, das war die äh die SS hat da ein.. Na, wie heißt das? So ein.. |
| 00:10:00 | IV: Zentrale oder Politbüro. |
| 00:10:02 | JF: Dort habe ich bei denen gewo.. gearbeitet.. |
| 00:10:05 | Und äh mich, weil ich äh Deutsch spreche. |
| 00:10:11 | Es war mir etwas leichter. Aber äh es war das Viert.. äh dann später.. |
| 00:10:20 | Am.. kurz.. oder vielleicht äh Ende 39 oder Ende 40.. ich bin nicht, nicht mehr sicher.. war der Auswei.. war.. |
| 00:10:31 | Wurde ein, ein Ghetto äh in Krakau gegründet und meine Eltern äh versuchten, das Kr.. äh Ghetto zu ver.., ver.., verlassen. |
| 00:10:43 | Also, ich weiß äh Daten äh weiß ich nicht genau. Wir kamen dann äh in ein kleines Dorf oder kleines Städtchen. |
| 00:10:53 | Und da waren auch die Deutschen und von dort aus kam ich ins, ins Lager ins.. Zuerst.. |
| 00:11:01 | IV: Sie sind nach Plaszow gekommen dann. |
| 00:11:03 | Oder in.. noch in ein anderes? |
| 00:11:05 | JF: Der Pla.. das war mal eigentlich.. Es war zuerst eine äh Firma, die äh.. |
| 00:11:14 | durch den Wald äh Straßen gebaut hat. Tief.., Hoch- und Tiefstraßen. Äh.. |
| 00:11:19 | Baumer und Loesch, das weiß ich. Von dort aus kam ich in das Lager in Mielec. |
| 00:11:25 | Das war ein äh äh Flugzeug.., äh Flugzeugswerk. |
| 00:11:31 | Da bin.. da war.. hatte ich zwei Jahre gearbeitet. Von da aus kam ich nach Plaszow. |
| 00:11:36 | Und (???) dort äh ich erinnere mi.. ich kann.. ich weiß nicht genau, was da war, da. |
| 00:11:42 | Das ist für mich ein, ein schwarzer Fle.., Fleck. |
| 00:11:47 | Und von dort aus kam ich nach Flossenbürg. |
| 00:11:50 | IV: Was ist mit Ihrer Familie in dieser Zeit passiert? Waren Sie die.. waren Sie der einzige, der ins Lager kam? |
| 00:11:56 | Was wurde aus der Familie? |
| 00:11:57 | JF: Ich hatte meine Vater, Mutter.. wir waren fünf Kinder. |
| 00:12:01 | Ein.. die große.. wir.. die große Schwester, die ist 1938 in ungefähr in Ostern nach Palästina ausgewandert äh.. |
| 00:12:13 | Wir, wir, wir.. mein großer Bruder, mein älterer Bruder, der, der war auch im Lager. |
| 00:12:20 | Ich weiß nicht, wie.. woher das.. |
| 00:12:23 | Aber er ist b.., er ist, er ist vom Lager äh Konzentrationsauf.. weggelaufen und kam zurück nach, nach Dombrowa. |
| 00:12:32 | Und bei Dombrowa äh wurde er wieder äh ins, ins Lager genommen, dann wurde ich ins Lager genommen. |
| 00:12:39 | Und äh von da aus keine, keine Information, kein gar, gar nichts mehr von den Eltern, von den Geschwistern. |
| 00:12:50 | Weiß ich nicht. Alles.. |
| 00:12:53 | IV: Bis heute auch nicht? |
| 00:12:54 | JF: Wie bitte? |
| 00:12:55 | IV: Bis heute wissen Sie nicht, was aus denen geworden ist. |
| 00:12:58 | JF: Meine Schwester, die k.. die größere Schwester, die kam nach Israel. |
| 00:13:04 | Ungefähr.. die war da ungefähr 16 Jahre. Aber sie wurde krank. |
| 00:13:11 | Sie.. als, als ich 1948 nach Israel kam, sie, sie glaubte gar nicht, was da los war. |
| 00:13:19 | Sie.. wahrscheinlich.. sie.. als Kind.. sie war eigentlich ein Kind gewesen. Und, und alles ist.. Sie hat alles verloren. |
| 00:13:27 | Und das hat ihr wahrscheinlich äh psychologisch auf, auf Eindruck gemacht. |
| 00:13:34 | Und.. aber wir.. a.., a.., aber die ganze andere Familie.. habe keine Ahnung, wo sie sind. Alles weg. |
| 00:13:44 | IV: Ja dann erzählen Sie doch vielleicht mal jetzt, wie der Weg nach Flossenbürg war. |
| 00:13:48 | Wie die Geschichte begann. |
| 00:13:50 | JF: Oh.. nach Flossenbürg, das weiß ich, ja, da, da.. |
| 00:13:53 | Von Plaszow.. wir waren auf äh einem, auf einem äh Z.., Zug mit äh.. für Vieh.. überhaupt nicht für, für Menschen. |
| 00:14:03 | Wir waren dann drin, drin. Jeder bekam ein Stück Brot. Das war ungefähr im August, soweit ich es.. |
| 00:14:13 | Es war furchtbar heiß, kein Wasser, kein Essen, kein gar nichts. Keine, keine Toilette. |
| 00:14:19 | Wir konnten nicht raus, nicht rein. |
| 00:14:23 | Es, es war furchtbar. Die Leute sind im, im, im, im. Wie heißt das, im Wagon oder? |
| 00:14:29 | IV: Wagon, ja. |
| 00:14:30 | JF: Sind gest.., die sind weggestorben und äh.. furchtbar. |
| 00:14:35 | Ein Geruch.. Also es war, es war äh, es war mass.. es äh furchtbar, furchtbar. Also.. |
| 00:14:42 | Es ist mir sch.., sch.., schwer, alles zu äh äh bildlich zu erz.., erzählen. |
| 00:14:49 | {räuspert sich} |
| 00:14:51 | Äh nach äh i.., ich weiß nicht wie lange, das, das, das dauerte.. vielleicht eine Woche.. |
| 00:14:59 | kam ich nach F.., äh Flossenbürg. |
| 00:15:02 | Das Erste, was, was war: Wasser, Wasser, Wasser, Wasser. Wir waren so ver.., verdurstet. |
| 00:15:08 | Und das Wasser war so, so, so gut, so süß, so, so.. |
| 00:15:14 | Bis heute ich kann den, den, den Geschmack des Wassers nicht vergessen. |
| 00:15:21 | Und dann äh ich war im.. man, man nahm mich, glaub ich, ins das Lager Z.. äh in Block 22, für, für Kranke (???). |
| 00:15:33 | IV: Können Sie sich noch an äh die Aufnahme erinnern. Was so passiert ist, als sie im Lager ankamen. |
| 00:15:39 | Was das für einen Eindruck auf Sie gemacht hat. |
| 00:15:40 | JF: Das.. der.. |
| 00:15:42 | Die, die Aufnahme war mot.. die war sehr.. Wir hatten äh.. |
| 00:15:47 | Zuerst war dieser Appellplatz. Vom Appellplatz waren wir.. ich weiß nicht, wie lange das dauerte.. |
| 00:15:55 | Man hat uns ver.. äh in die Ver.. äh Verlausungsanstalt ge.., gebracht. |
| 00:16:00 | Wir waren da 24 Stunden vielleicht. Alle waren ganz nackt. |
| 00:16:07 | Die, die, die, die Klei.., Kleider in einen, in einem äh in einen Ofen z.. auf.. weiß nicht.. |
| 00:16:15 | Auf heiße Luft, wahrscheinlich gegen äh.. |
| 00:16:20 | IV: Ungeziefer. |
| 00:16:21 | JF: Ungeziefer. |
| 00:16:23 | Ich hab' vergessen, wie es heißt. Und äh.. |
| 00:16:29 | Ich erinnere mich sogar, da saß ein Mann nackt an der, an der Ecke |
| 00:16:34 | und, und, und hat die ganze Zeit gerufen: "Ich bin kein Jude! Ich bin kein Jude!" |
| 00:16:40 | Wahrscheinlich sein Vater, seine.. oder sein Großvater war Jude. |
| 00:16:45 | Für Hitler war er Jude. Aber der war kein Jude damals eigentlich. |
| 00:16:50 | Das war jetzt wieder das, jetzt erinnere ich mich wieder, die ganze Zeit so ge.., geweint und geschrien hat. |
| 00:16:58 | Aber das war ziemlich.. Eine ganze Nacht und einen ganzen Tag lang nackt. |
| 00:17:03 | Wir dachten, das wäre.. Da waren Tusche.. |
| 00:17:07 | IV: Duschen. |
| 00:17:08 | JF: Dusche. Ja. |
| 00:17:09 | Auf Deut.., auf Deutsch heißt es Dusche, ja. Äh.. |
| 00:17:14 | Die konnten sich bei.. ein bisschen waschen. Aber sehen Sie, war nur eine.. für eine ge.., gewisse Zeit. |
| 00:17:23 | War kalt.. es war fur.., furchtbar kalt. Wir hatten.. das hat sich ein Ofen genannt. |
| 00:17:29 | Wir haben.. wir standen.. eine Kammer.. Leute zusammen, um sich zu erwärmen.. zusammen. |
| 00:17:38 | Alle nackt, aber da man hat sich einer an, einer an den anderen sich erwärmt und so weiter. |
| 00:17:48 | Muss man.. man muss mich ein bisschen erinnern. |
| 00:17:51 | IV: Und dann sind Sie in den Block 2 gekommen, wahrscheinlich. |
| 00:17:55 | JF: Wahrscheinlich, Block.. es war Block 2.. Eigentlich, soweit ich weiß, es war 22 oder, oder 11. Nein, Block 11, glaube ich. |
| 00:18:04 | Ich habe es, glaube ich äh.. Ich meine.. |
| 00:18:08 | IV: Es ist aber auch nicht so wichtig. |
| 00:18:09 | JF: Ja. |
| 00:18:10 | IV: Es müssen.. Es geht mehr um die gesamte Geschichte und nicht um die einzelnen Fakten. |
| 00:18:14 | JF: Dann war ein äh Appell. Da waren drei gro.. hohe Offiziere, SS-Offiziere. |
| 00:18:23 | Waren äh.. Wie heißt das? So eine äh Kranke, Gesunde und wei.. Wie heißt ihr sie? Diese.. |
| 00:18:32 | Man hat.. ich wollte.. man hat mir auf der Brust rot irgendwas aufgeschrieben.. ich weiß es nicht was. |
| 00:18:39 | IV: Also Sie waren krank auch? Oder.. Sie waren krank zu der Zeit, oder.. |
| 00:18:42 | JF: Ich weiß, ich war nicht krank. Ich war zu, zu schwach.. |
| 00:18:45 | IV: Oder schwach. |
| 00:18:45 | JF: Schwach. Aber ich habe.. wahrscheinlich auch hatte äh.. war ich noch genug. Äh.. |
| 00:18:51 | Ges.., gesund und stark, um im.. mich zur Arbeit zu schicken. |
| 00:18:55 | IV: Ja. |
| 00:18:57 | JF: Äh.. Man hat mich gefragt, was ich bin. Also dann habe ich gesagt, ich war.. |
| 00:19:02 | Ich habe in Mielec auch mal in äh Flugzeugfabrik gearbeitet. Da war ich Sch.., Schlosser, hat man mir gesagt. |
| 00:19:09 | Ich war kein Schlosser, aber man hat mir gesagt, ich bin.. du bist Schlosser. Dann war ich Schlosser. Und äh.. |
| 00:19:16 | Dann kam ich in ein, in ein, in Heinkelstra.. äh.. |
| 00:19:21 | Wie heißt die.. das Flugzeug? Äh.. Henkel oder Heinkel. Net Henkel.. |
| 00:19:25 | IV: Henkel, glaube ich. |
| 00:19:28 | JF: Und da ha.., habe ich die.. bis zum äh, bis zur Befreiung gearbeitet. |
| 00:19:33 | Ich konnte kein äh Polnisch verstehen.. habe.. ich äh kann die Stra.., Sprache nicht. |
| 00:19:40 | Aber ich habe mit einem Polen, der lange Zeit im.. in äh, in Deutschland war und der, der hat schon Deutsch äh ge.., äh gesprochen. |
| 00:19:51 | Also er hat gesagt: "Bei mir lernst du jetzt Polnisch." |
| 00:19:55 | Er hat zu mir Polnisch gesprochen, ich habe zu ihm Deutsch gesprochen. Und so haben wir uns verstanden. |
| 00:20:00 | Und, und ich habe dann.. Was habe.. |
| 00:20:03 | Meine Arbeit war im Rumpf, am Rumpf.. Am Ende des Rumpfes war das äh.. |
| 00:20:09 | Das Loch für die, für die Achse des.. der.. das Rad.. das.. |
| 00:20:15 | Das.. ich hatte das, das Loch äh bohren sollen. Und, und, und für die Haube die.. |
| 00:20:21 | Für den Pilot äh hatte ich dann de.. dass sie.. dass die Haube äh waagerecht steht, habe ich mit einer Feile äh ge.. |
| 00:20:30 | Das war ich wahrscheinlich äh.. wahrscheinlich war ich dann sehr äh.. ich habe es gut gemacht. Äh.. |
| 00:20:37 | Ich konnte auch äh äh solche flache aus äh Aluminium.. solche Stängel äh.. |
| 00:20:45 | Die hat man gerade mit dem, mit dem, mit dem Hammer gerade machen müssen. |
| 00:20:51 | Da war ich auch, ich hab' immer doch den anderen Leuten dort äh geholfen. |
| 00:20:55 | Und so kam ich durch mit dem.. an Hunger äh en.. da.. Ich brauche nichts zu sehen. |
| 00:21:03 | Das Essen war äh bisschen Wasser. Und äh war u.. |
| 00:21:10 | Wer, wer, wer Glück hatte, der bekam von unten die Graupen. |
| 00:21:13 | Und wer kein Glück hatte, bekam von oben das Wasser. |
| 00:21:18 | Weiß gar nicht, was ich.. das Essen.. |
| 00:21:21 | IV: Und die Unterbringung oder die ganze Situation im Lager. Sie sind ja jeden Tag zur Arbeit gegangen. |
| 00:21:26 | JF: Jeden Tag. |
| 00:21:27 | IV: Sie haben ja auch gesehen, wie geht es den anderen. Viele haben ja im Steinbruch gearbeitet. |
| 00:21:31 | Wie war insgesamt die Situation, auch die Unterbringung in den Baracken? |
| 00:21:36 | JF: In den Baracken.. ah.. dann war.. In den Baracken war man.. das war etwas äh.. als.. |
| 00:21:44 | Jeden Abend kam.. bekamen wir die Suppe. Und.. |
| 00:21:49 | Wir, wir war.. wir haben.. wir waren, wir.. zwischen vier bis fünf Personen in der Pritsche ge.., gelebt. Drei, drei Stock. |
| 00:22:00 | Und haben äh.. einmal es ist einer von der, von der, von den Kameraden.. äh der ist gestorben. |
| 00:22:09 | Und äh bevo.. er war krank und ich bin äh, ich bin für ihn äh.. habe ich die Suppe ihm geholt. |
| 00:22:16 | Als er starb, als er.. habe ich kein.. habe ich es nicht erzählt.. ich habe es nicht. |
| 00:22:22 | Und ich habe die Suppe für ihn ge.., ge.., gebracht und ich habe die Suppe gegessen. So.. es hat ungefähr drei Tage oder vier Tage lang.. |
| 00:22:28 | Bis er ganz äh aufgeschwollen war. Ich habe mit ihm geschlafen. |
| 00:22:33 | Er war kalt, aber ich habe derweil die Suppe.. seine Suppe habe ich gegessen. Es war.. das war ein großer äh Vor.. |
| 00:22:42 | IV: Vorteil für Sie. |
| 00:22:43 | JF: Vorteil für mich. |
| 00:22:45 | Und.. Was kann ich noch erzählen? Auch, das war furchtbar: |
| 00:22:52 | Wer oben geschlafen hat, der hatte mehr Glück. Wer unten geschlafen hat, das waren Leute, die ihre.. |
| 00:22:59 | Die haben im, im Bett einfach die.. das Wasser gelassen. Und es hat dann getropft auf uns. |
| 00:23:07 | Viele, viele solche S.., solche Erlebnisse hatte.. habe ich mitgemacht. |
| 00:23:14 | IV: Aber es ist wichtig, das zu erzählen, weil viele Leute können sich das heute nicht mehr vorstellen, wie die Situation war. |
| 00:23:21 | Und deswegen sind auch so kleine Details oft sehr wichtig. |
| 00:23:25 | JF: Ja.. ja.. ja. |
| 00:23:29 | IV: Es war ja dann.. sich haben ja einen ganzen Winter auch erlebt in Flossenbürg. |
| 00:23:33 | JF: Ja, das war vo.. |
| 00:23:34 | IV: Wie war das dann mit der Kälte und der Arbeitssituation und.. |
| 00:23:37 | JF: Im, im Werk.. |
| 00:23:39 | Ich habe mit einem äh Senkblei äh.. dass, dass ich die.. dass der Rumpf äh äh gerade äh.. Wie heißt das? Äh.. |
| 00:23:53 | Wie heißt das in der..? Wie heißt das? |
| 00:23:55 | IV: Im Lot.. rechter Winkel (???). |
| 00:23:57 | JF: Gen.. ja. Also halt, dass das Senkblei nicht äh wackelt, habe ich in, doch in, in eine, so eine Büchse Wasser.. |
| 00:24:05 | Dass das Wasser hält die Bü.. das Senkblei ge.., gerade. So wie.. |
| 00:24:09 | IV: Wie eine Wasserwaage. |
| 00:24:11 | JF: Gen.. ja, aber wirklich äh ka.. äh wenn so ein Tropfen auf der, auf dem äh.. |
| 00:24:19 | Wie heißt das? Auf, auf dem Eisen.. auf dem, dem Gestell. Das war ko.. so kalt.. das ist ja.. |
| 00:24:25 | Das wird äh Tropfen Wa.. Eis wurde. Also es war.. so kalt war es dort. |
| 00:24:33 | Meine Füße.. wir.. ich habe at.. heut.. bis heute ver.., ver.. leide ich von den Zehen, die äh ver.., ver.., verfroren. |
| 00:24:43 | IV: ..froren. |
| 00:24:46 | JF: Dann, sogar noch Schläge bekam ich auch, sogar mehrere, nicht nur von äh äh.. |
| 00:24:54 | Von äh, von äh, von äh, von die.. Wie heißen die? Kapos.. |
| 00:25:00 | IV: Kapos. |
| 00:25:01 | JF: Aber sogar von Russen. Die hatten auch die.. Darunter hatte ich auch als Jude ge.., gelitten. |
| 00:25:08 | IV: Also das waren Mithäftlinge dann, die Russen? |
| 00:25:10 | JF: Ja.. |
| 00:25:11 | IV: Die haben auch geschlagen? |
| 00:25:12 | JF: Von alle, von alle, von ganz Eu.., von ganz Europa waren da. |
| 00:25:16 | Tschechen äh.. Der Tscheche war so ein netter Mann. Der hat mir geho.., sehr viel geholfen. |
| 00:25:24 | Aber (???) Rus.., ein Russe, der hat mir.. Von dem kam.. Ich musste äh jedes Mal weglaufen oder mich verstecken. |
| 00:25:37 | Wenn Alarm war, und zwar äh äh.. also das Licht ging aus.. Da waren Leute da, die homosexuell waren. |
| 00:25:49 | Und ich hatte, hatte Angst. Ich war jung, ich habe wahrscheinlich denen äh.. ich habe ihnen gefo.., gefallen. |
| 00:25:59 | Ich bin eben dann immer in den Rumpf rein.. vom.. und mich versteckt dort, dass man mich nicht erwischt. |
| 00:26:05 | Äh der Ober.., der Oberkapo, der war auch Deutscher.. der auch.. der hat ein, ein, ein grünes äh grünes.. |
| 00:26:16 | IV: Winkel. |
| 00:26:16 | JF: Winkel, ja. Ich hatte einen neu.. einen roten Winkel als Pole. |
| 00:26:21 | Und, und äh und als erste Mal ich in, in, in die Baracke kam, da fragte, wer, wer.. meinen Namen.. woher ich bin. |
| 00:26:32 | Als ich ihm sagte, ich bin aus Mannheim. "Ah, Frauheim." |
| 00:26:37 | Das ist.. Da habe ich später er.., erfahren, dass er äh homo.., homo.., homosexuell ist. |
| 00:26:43 | Und dann hatte ich auch.. ich musste achtgeben, dass er mich nicht erwischt. |
| 00:26:51 | Ich habe mich jedes Mal.. ich kam.. Wenn ich befreit wurde in 1945, ich war 20, 21 fast, 20 einhalb. |
| 00:27:02 | Ich habe mich noch nicht rasiert daf.. sogar. Und ich habe als Mädel ausgesehen. |
| 00:27:07 | Sehen Sie, war ziemlich gefährlich für.. dass man mich nicht erwischt. |
| 00:27:15 | Was kann, was kann ich noch so erzählen? |
| 00:27:18 | IV: Äh.. Es sind ja auch äh viel.. einige Gefangene haben ja auch versucht, zu fliehen. |
| 00:27:25 | Also, ich habe gehört, es sind auch Menschen erschossen worden, die Fluchtversuche gemacht haben. |
| 00:27:30 | Haben Sie so was gesehen? Hinrichtungen oder.. |
| 00:27:31 | JF: Ich habe so etwas gesehen: |
| 00:27:33 | Fünf Leute ge.. aufgehängt. Ich war oben im.. in der Baracke. Das war am, am Appell gemacht für, für uns. |
| 00:27:42 | Wenn wir müss.. jeder musste das mit.., mitsehen. Und es war ziemlich weit. |
| 00:27:46 | Aber das hat so ausgesehen, als wäre äh aus Karton oder aus, aus, aus Ni.. äh äh Papier. |
| 00:27:54 | Die Leute, die haben sich im, im Wind so rumgedreht. Fünf Leute.. |
| 00:28:00 | Das habe ich mal äh angesehen, ja. Das war.. schwer zu vergessen so etwas. |
| 00:28:10 | IV: Es gab ja auch ein Krematorium, haben Sie davon auch was mitgekriegt? Wenn Sie das vielleicht erzählen könnten. |
| 00:28:16 | JF: Krematorium, nee, da wurden die Leute.. wurden verbrannt. Ja, aber ich hatte, ich hatte Glück, dass ich nicht drin war. |
| 00:28:27 | Sonst wäre ich nicht hier heute da. Äh.. |
| 00:28:33 | Aber sie.. der, der, der, der Rauch und der.. das.. wenn, wenn, wenn äh man verbrennt äh im.. |
| 00:28:43 | Wenn äh im Krematorium bra.., brannte, dann das hat.. das.. der, der Geruch war so wie Za.. äh Haare.. man verbrennt Haare. |
| 00:28:56 | Die ganze Gese.. äh ganze äh Umgebung war so.. hat gestunken. Äh.. |
| 00:29:05 | IV: In dieser ganzen Zeit in Flossenbürg, was war denn das Schwierigste für Sie? Oder das Schlimmste? |
| 00:29:15 | JF: Der Hunger. Das war das Schlimmste. Wir, wir.. unter, unter uns hatten wir immer.. jeder hat etwas erzählt. |
| 00:29:25 | Dass äh.. man hat so äh, so sich vorgestellt: Wenn ich nur einen Laib Brot bekomme, ein Messer.. |
| 00:29:35 | Und ich kann davon essen, wie viel ich will. Keiner sagt mir "genug". |
| 00:29:40 | Das war das äh, das war das Wichtigste was man.. was ich geglau.., glaubte. Es wird mal äh sowas.. äh.. |
| 00:29:49 | Über.., überhaupt mal, überhaupt mal äh passieren kann. Der Hunger war so stark. Äh.. |
| 00:30:01 | Am Appell, am Appell.. wenn man am, am Appellplatz.. am.. Es war paar.. es war mal, dass äh jemand äh.. |
| 00:30:12 | versuchte zu äh äh na äh weg.., weglaufen. Wie heißt das? |
| 00:30:21 | IV: Ja, zu fliehen, oder.. |
| 00:30:23 | JF: Dann wur.. dann machte man ein.. wurde Appell gemacht äh äh und äh.. |
| 00:30:32 | Und da kam der SS, der hat zehn Mann kom.. bin.. anstatt dieser, dieser, der weggelaufen. Also zehn Mann, jeder Zehnte. |
| 00:30:42 | Und ich, ich stand in der ersten Reihe. Wir, wir standen in fünf Reihen, ich war in der ersten Reihe. |
| 00:30:48 | Und die Leute hatten sich immer, immer ge.. die wollten nicht, dass sie der Zehnte.. und ich hatte kei.. |
| 00:30:54 | Wo ich, wo ich stand, da blieb ich stehen. Und dann (???) am äh.. |
| 00:30:59 | Von links von mir, der, der war der Zehnte. Und ich war der Neunte. Der Neunte.. bin ich heute hier. |
| 00:31:07 | IV: Und was, und was ist mit denen passiert, die der Zehnte waren? |
| 00:31:10 | JF: Die wurden, die wurden.. |
| 00:31:11 | Oder aufgehängt oder verbrannt an die.. alles (???), ich habe nicht alles gesehen. |
| 00:31:18 | Aber man hat erzählt. Ich habe mal, ich habe mal, ich habe mal Schläge bekommen. |
| 00:31:27 | Ich habe äh irgendwo Kartoffeln äh irgendwie organisiert. Ich habe sie in meinen Handschuh reingesteckt. |
| 00:31:37 | Man hat mich erwischt dabei. Und dann bekam ich auf, auf den, auf.. wurde ich äh.. |
| 00:31:43 | Auf einen äh Stuhl hingelegt, die Ho.., die Ho.., die Hosen runter und der SS hat mir.. |
| 00:31:52 | Oder sechs oder 20, das kann.. das ist mir paar.. wenigstens paa.. zwei Mal passiert. |
| 00:31:58 | Da war einer, einer, der hieß Fuchs und äh bekam mit mir die 100 Schläge. |
| 00:32:06 | Aber ich habe ihn auch.. nach der Befreiung habe ich ihn getroffen, der.. Aber der war schwarz. Äh wie von.. |
| 00:32:13 | Wie heißt das denn? |
| 00:32:14 | IV: Blut. |
| 00:32:15 | JF: Blut. Ja. Das konnte.. das alles habe ich mir, mir ansehen müssen. |
| 00:32:24 | Verstehen Sie, es wird ziemlich schwer äh.. Es sind ja äh wie viel Jahre her? Es sind schon fast 70 Jahre her. |
| 00:32:32 | IV: Es sind fast 70 Jahre, ja. |
| 00:32:34 | JF: 73 Jahre sind's, nicht? |
| 00:32:37 | Von 45 oder so. Das war noch 44. (???) Vieles vergesse ich schon. |
| 00:32:48 | IV: Als es dann auf die Befreiung zuging im Frühjahr, haben Sie gemerkt oder gewusst, dass vielleicht der Krieg zu Ende geht? |
| 00:32:55 | Dass es noch Hoffnung gibt auf die Befreiung? |
| 00:32:58 | JF: Also, das war so: |
| 00:32:59 | Wir haben wahrscheinlich einen Monat, zwei Monate, drei Monate früher.. wir haben äh das äh.. die.. |
| 00:33:06 | wahrscheinlich die Kanonen von oder den Russen oder den Amerikanern. Wir wussten nicht, wer schießt. |
| 00:33:12 | Aber so bum, bum, bum.. (???). Wir bekamen keine Informationen richtig (???). |
| 00:33:19 | Aber dass äh ot.. dass äh wir otma.. äh in.. dass in, in, in Kürze, dass wir befreit werden, das, keiner hat.. |
| 00:33:30 | Ich, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich an das äh.. an so etwas gedacht habe. Äh.. |
| 00:33:38 | Ungefähr.. ich weiß nicht, wie lange das war äh.. |
| 00:33:43 | Vielleicht ein paar Wochen vor der Befreiung.. Am 23. April wurde ich befreit. |
| 00:33:50 | Aber das war wahrscheinlich im äh März wahrscheinlich oder (???) früher. |
| 00:33:56 | Alle Juden wurden äh.. alle Juden raus. |
| 00:34:00 | Es waren über.. fast 3.000 Juden unter äh im ganzen Lager. Es waren.. ich glaube, ich hörte, es waren über 20.000 Menschen dort. |
| 00:34:11 | IV: Am Ende waren es sehr viele, jedenfalls. |
| 00:34:14 | JF: Wir kamen.. wir, wir marschierten ke.. wir bekamen.. |
| 00:34:20 | Wenn ich mich erinnere, bekamen wir ein Stück Brot oder, oder einen Laib Brot, das weiß ich nicht mehr genau. |
| 00:34:29 | Wir.. zu Fuß gingen wir. Wir.. |
| 00:34:33 | Ich hatte.. aber ich habe, habe.. bis heute habe ich so ein.. ich hatte an, an der Fußsohle ein großes Loch von äh, von äh.. |
| 00:34:43 | Frostbeule. Mit, mit Eiter und so weiter. Ich konnte nicht gehen. Oder schw.., schwer gehen. |
| 00:34:50 | Mein.. hatte einen Freund, der, der mir hilf.. äh so zu hinken.. ein bisschen hinken. |
| 00:34:58 | Wo wir so.. Von beiden Seiten wir waren in fünf äh, fünf Reihen äh. |
| 00:35:08 | Wir gingen äh.. von beiden Seiten hatten wir die.. so.. |
| 00:35:14 | Wir hatten die SS. War SS.. war sogar von ukrainisch.. Ukrainern auch. (???) |
| 00:35:21 | Jedes Mal, wenn jemand.. gefallen war.. |
| 00:35:24 | IV: Gefallen war. |
| 00:35:25 | JF: Bums, bums. Wir hörten den Schuss. |
| 00:35:28 | Und die.. wir, wir wa.., wir waren. Ich habe gesehen, jedes Mal wenn, |
| 00:35:33 | bevor uns irgendjemand gefallen.. erschossen wurde, dann war.. er war auf der.. beiseite des.. der.. des Weges. |
| 00:35:42 | Er lag da und wir, wir sind weitergelaufen. Das ging.. das hat uns gar nichts.. Das ging uns gar nichts an. |
| 00:35:50 | So.. wir waren so mit äh oh.., ohne Re.. ohne Gefühl, qua.. Wir waren keine Menschen mehr. |
| 00:36:01 | Wir, wir kamen in St.., Stamsdo.., Stams.., Stamsdo.., Stams.. |
| 00:36:05 | IV: Stamsried. |
| 00:36:06 | JF: Stamsried. Da wurden wir vorgestellt als äh Räuber.. St.., Stehler äh.. |
| 00:36:14 | IV: Kriminelle. |
| 00:36:15 | JF: Kriminelle. Dass die Bevölkerung sich nicht an uns äh.. |
| 00:36:21 | Und äh.. das war, das war, da war, das war am Ende des.. als die Amerikaner ka.., kamen. |
| 00:36:31 | Ich hatte in einer Hau.. in einer Scheune geschlafen. |
| 00:36:36 | Wir, wir standen an äh.. als die Amerikaner kamen äh.. |
| 00:36:41 | Von beiden Seiten der, der, der, der, der Straße standen die Leute, die Einwohner von Stamsried und wir auch. |
| 00:36:52 | Und es re.. hatte.. bis heute erinnere ich mich, die Leute haben den äh den Amerikanern "Ho!" {hebt den Arm und winkt}. |
| 00:37:00 | Und ich habe auch die Ha.. ho.., Hand hoch. |
| 00:37:03 | Und bis heute, ich kann es nicht vergessen, ich hatte Angst, vielleicht die Amerikaner äh äh.. |
| 00:37:10 | ziehen zurück und je.., jemand erzählt es, dass ich mich gefreut habe, dass die Amerikaner kamen. |
| 00:37:18 | Also ich die Hand.. habe ich die Hand wieder runtergenommen vor Angst. |
| 00:37:23 | Es ist schwer zu äh, zu verstehen, schwer zu erklären. |
| 00:37:29 | IV: Aber in der Situation, da waren die Bewacher, die SS-Leute schon vorher geflohen oder so, oder hatten sich abgesetzt. |
| 00:37:37 | JF: Äh äh ich habe nicht ganz verstanden, was Sie.. |
| 00:37:42 | IV: In der Situation, als die Amerikaner kamen. |
| 00:37:44 | JF: Ja. |
| 00:37:44 | IV: Und Sie waren auch da. Auf der einen Seite die Bevölkerung, auf der anderen Seite Sie. |
| 00:37:48 | Da waren aber die SS-Bewacher.. die waren vorher irgendwie schon.. |
| 00:37:52 | JF: Das, das, |
| 00:37:53 | das hängt.. das hat anders an.., angefangen. |
| 00:37:55 | Wir, wir sind marschiert und gegangen und die.. Plötzlich habe ich am, am Ab.. äh am Abhang.. Wie heißt das? So ein.. |
| 00:38:04 | IV: Abhang. |
| 00:38:05 | JF: Am Abhang äh ein SS, der seine Mütze unter dem äh unterm Ärmel nimmt. |
| 00:38:13 | Und es war furchtbar äh furchtbar komisch. Was macht der, warum ging der runter? |
| 00:38:20 | Wir gingen weiter und weiter, weiter. Wir hatten qua.. Stamsried verlassen. Äh.. |
| 00:38:26 | Und bit.. plötzlich bleiben die Leute.. bleiben stehen und wir s.. kucken um uns.. sehen uns rum. |
| 00:38:33 | Wir sehen keine äh Posten, keine sch.. äh, keine SS, keine Leute. |
| 00:38:41 | Und manche Leute äh.. jeder wollte irgendwo hingehen und ich mit meinem, meinem Fuß.. schwer zu gehen. |
| 00:38:51 | Habe gesagt.. ich sagte mei.. zu meinem Freund: "Ich geh zurück nach Stamsried." (???) |
| 00:38:58 | Wir kamen zurück, da hatten wir die Amerikaner getroffen. |
| 00:39:03 | IV: Wissen Sie noch, wie viel Tage Sie unterwegs waren, wie lange Sie marschiert sind, nachdem Sie aus Flossenbürg.. |
| 00:39:08 | JF: {schüttelt den Kopf} |
| 00:39:09 | IV: Ungefähr vielleicht. |
| 00:39:11 | JF: Ich kann es nicht sagen. Das kann sein zwei, drei Wochen vielleicht, vielleicht mehr. (???) Etwas, so etwas. |
| 00:39:19 | IV: Aber schon lange, also nicht nur ein paar Tage.. |
| 00:39:20 | JF: Ziemlich lange. |
| 00:39:21 | IV: ..sondern schon lange. |
| 00:39:22 | JF: Ja, ja. Wir sind dann, es war noch äh sogar.. der Hunger war so stark.. wir haben äh.. |
| 00:39:30 | Nachts sind äh nachts hatten.. sind wir gegangen.. gelaufen. |
| 00:39:35 | Und tagsüber.. die, die, die Deutschen hatten äh Angst gehabt vor, vor.. |
| 00:39:42 | IV: Luftangriffen, Bombardierungen. |
| 00:39:44 | JF: Also, hat man.. wir haben im Wald verst.., ver.., versteckt und so weiter. (???) |
| 00:39:52 | Ich habe auf einer Wiese ge.., gelegt.. gelegen äh.. das war aus Schnee. |
| 00:39:59 | Wasser war.. hatten wir keins, also habe ich den Schnee gegessen und als Wasser getrunken. |
| 00:40:06 | So viel.. solche.. |
| 00:40:08 | IV: Gab es unterwegs Begegnungen mit der Bevölkerung? Sie sind ja auch durch Dörfer. |
| 00:40:13 | Sie haben niemanden gesehen.. die anderen.. |
| 00:40:14 | JF: Nein, keinen anderen. Die haben.. |
| 00:40:15 | IV: ..in der Nacht, die haben.. |
| 00:40:16 | JF: Die wollten keinen.. dass keine Begegnung äh vorkommt, ja. |
| 00:40:24 | IV: Wie hat sich das.. wie hat dann die Befreiung praktisch ausgesehen? |
| 00:40:27 | Was passierte dann mit Ihnen, als die Amerikaner da waren? |
| 00:40:31 | JF: Das war.. es.. das war.. die Befreiung war.. ich bekam von den Amerikanern ein.. ich habe sogar bis heute noch den Brief. |
| 00:40:41 | Dass ich äh DP war, Displaced Person äh.. |
| 00:40:47 | Dass ich in Stamsried war da und so weiter. Ich glaube, ich habe es dem Herrn, dem Herrn Doktor.. |
| 00:40:55 | IV: Skriebeleit. |
| 00:40:56 | JF: Ja, ich habe ihm das gegeben, ich bin nicht sicher. Meine Frau vielleicht. |
| 00:41:01 | {spricht hebräisch mit Frau} |
| 00:41:12 | JF: Sie ist nicht, nicht.. Wahrscheinlich hab's im, im Zimmer, da glaube ich, habe ich den Brief dort mitgebracht. |
| 00:41:20 | Und äh.. Na, wo war ich jetzt? |
| 00:41:25 | IV: Ja, was passierte praktisch bei der Befreiung? Sie waren doch schwach und krank. |
| 00:41:29 | JF: Ja. |
| 00:41:30 | IV: Wie hat sich das.. |
| 00:41:31 | JF: Wir sind.. |
| 00:41:32 | IV: Sie waren in Stamsried. |
| 00:41:32 | JF: Da war.. wir sind auf.. mein Freund.. wir waren, wir waren ungefähr vier, fünf äh Personen äh.. |
| 00:41:39 | Wir zusammen.. haben uns zusammen als (???).. |
| 00:41:45 | IV: Zusammen getan. |
| 00:41:46 | JF: Ja, genau. |
| 00:41:47 | Und da.. mein F.. einer von uns.. da sagte der äh.. wir fahren.. wohin fahren wir? Was machen wir? |
| 00:41:56 | Du bist aus Mannheim, gut, dann fahren wir nach Mannheim. |
| 00:42:00 | So sind wir äh.. da war eine, eine.. keine Bahn.. eine, eine.. Die Amerikaner hatten die äh.. |
| 00:42:10 | Wie heißen die? Äh Fahrzeuge, Kettenfahrzeuge. |
| 00:42:16 | IV: Panzer. |
| 00:42:17 | JF: Vorne waren Räder und hinten waren äh äh Ketten. |
| 00:42:20 | Da, da bin ich in so einen rein. Wir, wir hatten da einen.. Die Bahn ist weggefahren nach äh ich weiß nicht wohin. (???) |
| 00:42:30 | Am Ende kamen wir bis Frankfurt an. Da blieb ich in Frankfurt. |
| 00:42:35 | Mannheim.. ich wollte nicht rein, ich wollte.. Ich habe auch gar nicht dort was zu suchen. |
| 00:42:40 | Ich habe keine Familie mehr, keinen, keinen.. |
| 00:42:44 | Ob.., obwohl ich dann später trot.., trotzdem nach Frankfurt ge.. nach Mannheim kam. |
| 00:42:51 | Die, die, die Hauswärterin, die unten gewohnt hat.. Frau Keller hei.., hei.. hat sie damals geheißen. |
| 00:43:02 | Und ihre Tochter, die ist mit meiner Schwester in der.. zusammen in die Schule gegangen. |
| 00:43:08 | Und als sie mich getroffen hat.. gesehen hat, die haben sie mich dann äh eingeladen in, in unsere.. wo wir gewohnt haben.. in unsere Wohnung. |
| 00:43:19 | Und die sind alle mit, mit.. Die haben alle angefangen zu weinen. |
| 00:43:25 | Dass äh, dass ich noch zurück, zurück.. der einzige, der, der übrig geblieben ist. |
| 00:43:32 | IV: Sie waren ja in verschiedenen DP-Lagern auch. |
| 00:43:35 | JF: Ja. |
| 00:43:35 | IV: Können Sie sich noch erinnern, wo Sie waren und wie lange? |
| 00:43:39 | JF: Ich war fast.. ungefähr.. über drei, drei Jahre, drei ein halb Jahre im D.., DP-Lager. |
| 00:43:45 | Ich war in Polen, ich war in Mielec, in Wieliczka, in Plaszow und in.. |
| 00:43:54 | Das war, das war das Hoch und Tief äh, Hoch und Tief äh äh Gesellschaft für Hoch- und Tief-Bau. (???) |
| 00:44:05 | So was. Aber das war kein Lager, das war nur so Baracke für.. das war das schl.. der.. das schlimmste Ort für mich. |
| 00:44:13 | Das hat.. im, im Wald hatten wir gearbeitet äh äh.. |
| 00:44:19 | Gute Luft.. Essen war.. gab's nicht, Schläge gab's auch, Arbeit gab's auch genug, nur äh Ruhe gab's auch nicht. |
| 00:44:30 | Also das alles zusammen, das äh, das war das Schlimmste, was ich äh durchmachte. |
| 00:44:36 | Dass ich überhaupt äh durchkam lebend.. das.. schwer zu erklären, dass, dass so was passieren kann. |
| 00:44:46 | IV: Wenn Sie es zu erklären versuchen, was denken Sie, woran hat es gelegen? |
| 00:44:51 | JF: {wirft IV fragenden Blick zu} |
| 00:44:52 | IV: Wenn Sie versuchen zu erklären.. nachzudenken: Woran kann es gelegen haben, dass ich überlebt habe? |
| 00:44:57 | Was denken Sie? Was kann es gewesen sein? |
| 00:45:06 | JF: Ich glaube, der Hunger, der war das Schlimmste. Der, der.. |
| 00:45:13 | Der nur an (???) nur an.. was, was, was, was werde ich.. ob ich Essen bekomme? |
| 00:45:21 | Was, was wird morgen sein? Ob ich Essen bekomme? Ob ich ein Stückchen Brot bekomme? |
| 00:45:26 | Ich glaube, das war das Schl.. der, der Gedanke. Was äh, was, was wird weiter sein? |
| 00:45:33 | Ich glaube kaum, dass ich an so etwas gedacht habe. |
| 00:45:36 | Ich kann mich nicht daran erinnern. Der Hunger war viel.. das Schlimmste. |
| 00:45:42 | IV: Und das war der Antrieb zu überleben. |
| 00:45:44 | Wahrscheinlich, wahrscheinlich, ein tierlicher Antrieb. Sagt man so? Wie ein, wie ein Tier. Äh.. |
| 00:45:50 | Der, der gar nichts mehr denkt. Der, der will nur essen. |
| 00:45:57 | Das glaube ich heute. |
| 00:46:01 | Nachdem ich äh befreit wurde und wieder Ess.. äh Essen bekam.. das.. Dann fing all.. dann hat man.. |
| 00:46:09 | Dann hat, hat.. habe ich angefangen zu denken. Aber, aber bis dann.. |
| 00:46:15 | Glaube kaum äh so.. Ich, ich bin nicht mehr äh.. ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, das ist das, das.. der große Grund. |
| 00:46:24 | Der tierische Grund, kann man sagen. |
| 00:46:28 | Ich wollte.. Ich glaube, ich war einfach ein Tier.. nicht kein Mensch. |
| 00:46:38 | IV: Als Sie befreit wurden, sind Sie ja auch noch in DP-Unterkünfte oder -Lager gekommen, am Anfang, nicht? Wissen Sie noch? |
| 00:46:45 | JF: Nach der Freiung äh.. ich kam nach äh Frankfurt. Die, die DP.. Zeilsheim.. Frankfurt ist ja ein Lager für DPs. |
| 00:47:00 | IV: Ja. |
| 00:47:02 | JF: Aber ich weiß nicht, wa.. wieso das war. Die Freu.. alle die Freunde meine, |
| 00:47:07 | die haben irgendetwas erfahren, dass die Amerikaner äh äh kitchenhelper äh brauchen. |
| 00:47:18 | Und kitchenhelper, das, das war sehr gut, da, da kann man.. da ist Essen da, da kann man essen. |
| 00:47:24 | Dann äh habe ich mich da, da gemeldet und, und kam äh.. die hatten mich äh bek.. äh angenommen. |
| 00:47:32 | Die nahmen mi.. gaben mir äh äh äh Kleider, Essen, Unterkunft äh.. die Amerikaner. |
| 00:47:42 | In einem äh.. einer, wahrscheinlich einer Schule, die Amerikaner rek.. äh, rekridiert äh.. Wie sagen Sie? |
| 00:47:50 | IV: Requirierten. |
| 00:47:51 | JF: Genau. |
| 00:47:53 | Für die Alliierten, für die St.., Soldaten, die alliierten Soldaten. Und von da aus kamen wir in.. warte, warte.. |
| 00:48:02 | Das war die Josephskirchstraße in Frankfurt. Da war auch eine Kü.. eine Schule. |
| 00:48:08 | Und äh.. die, die Amerikaner hatte eine äh Küche dort gegründet für die alliie.., alliierten Soldaten. Auch Amerikaner, Engländer, alle Alliierten. |
| 00:48:21 | Da, da habe ich auch äh eine Zeit lang gearbeitet. Und hatte riesig Glück.. Ich weiß nur, was für ein Glück ich habe. |
| 00:48:30 | Ich habe die, die Amer.. die, die Arbeit verlassen und, und äh.. |
| 00:48:39 | Ich hatte einen.. keinen Freund, sondern einen, einen Schullehrer. |
| 00:48:45 | Ich, ich weiß heute nicht, wieso.. wie ich zu ihm kam. |
| 00:48:49 | Der, der, der hat mich äh, der hat mich äh fahren gelehrt.. gelernt. |
| 00:48:56 | IV: Autofahren. |
| 00:48:57 | JF: Autofahren. Und, und äh.. |
| 00:49:01 | Ich bekam ein Auto. Ein Freund hatte wahrscheinlich Geld gehabt. Woher weiß ich nicht. |
| 00:49:07 | Der hat ein Auto gekauft, ich hab' einen Führerschein. |
| 00:49:10 | Und dann habe ich einen äh äh.. ich bekam, für die Alliierte, die Alliierte zu äh.. |
| 00:49:21 | IV: So wie ein Taxi. Also Sie durften die Personen befördern. |
| 00:49:24 | JF: Taxi-Chauffeur für die Alliierten. |
| 00:49:26 | Und das hat, das hat sich gut gelohnt. |
| 00:49:29 | Ich hatte.. davon konnte ich auch äh mich äh.. |
| 00:49:35 | Wie sagt man? Ich konnte unter.. |
| 00:49:36 | IV: Leben, selber unterhalten. |
| 00:49:39 | JF: Bis neun.. 48 ungefähr, 48 äh nach der, nach der Bef.. äh dass Israel äh.. |
| 00:49:49 | IV: Die Staatsgründung. |
| 00:49:50 | JF: Dann, dann wollte ich.. Ich hatte doch eine Schwester hier, in Israel. |
| 00:49:55 | Dann ich.. Ich hatte sogar mich gemeldet nach Amerika zu fahren. |
| 00:49:59 | Aber ich hatte als äh.. Jude in Deutschland geboren.. hatte ich die Qu.. hatte.. war die Quote für äh.. |
| 00:50:10 | Zum Einwandern nach Amerika war Quote, eine kleine Quote und, und, |
| 00:50:15 | und wenig Leute kamen.. habe ich sehr schnell den.. die, die Einwanderungs..äh..erlaubnis bekommen. |
| 00:50:25 | Aber auf der anderen Seite, ich wollte nach, nach.. zu meiner Schwester. |
| 00:50:33 | Das war dann (???) sehr interessant. |
| 00:50:38 | Ich habe bei den Amerikanern gearbeitet und, und Essen ausgeteilt. |
| 00:50:43 | Da kam ein jüdischer Soldat von der Brigade von Israel, von Palestine. |
| 00:50:51 | Der hat mir einen Brief von meiner Schwester gebracht. |
| 00:50:54 | Wieso der mich gef..äh..unden. Ich kannte ihn noch, noch von vo.. vor dem Krieg her. (???) |
| 00:51:01 | Und wie er.. wieso er mich gefunden hat, das weiß ich nicht. Er hat mir den Brief gebracht. |
| 00:51:07 | Als ich.. der Brief äh.. meine Schwester schrieb, dass sie, sie, sie, |
| 00:51:13 | sie, sie, sie hätte.. sie würde sich freuen, wenn ich äh kam.. zu ihr komme. |
| 00:51:19 | Und plötzlich habe, habe an, an Ort und Stelle hatte ich be.. äh, beschlossen, dass ich, ich fahre nach Israel. |
| 00:51:28 | Und nach ungefähr.. es dauerte ein paar Wo.., Wochen, bis es mir, mir wirklich.. mir, mir wirklich ermöglichte, |
| 00:51:37 | nach Israel einzuwandern. Aber das war, das war nicht legal. |
| 00:51:44 | Die, die Engländer haben.. hatten äh.. das waren.. wie.. Bernadotte äh.. Wie heißt der? |
| 00:51:57 | Ein schwedischer.. äh von der UN, UN, von der UNO.. also äh.. |
| 00:52:07 | Auf jeden Fall, ich.. habe ich mich gemeldet und dann, und.. illegal kam ich äh auf ein äh, auf ein äh, ein Boot. |
| 00:52:19 | IV: Schiff. |
| 00:52:20 | JF: Schiff, das war kein Schiff, das war so ein Boot. Wir waren 300 Leute dann. |
| 00:52:24 | Von, ich glaube, von Trieste oder von Napoli, ich weiß es nicht genau. Von wo aus nach, nach Is.. nach Haifa. |
| 00:52:33 | Es dauerte ungefähr, wenn ich mich nicht äh irr, irre, es hat ungefähr 12 Tage lang gedauert, bis ich dahin kam. |
| 00:52:44 | Und äh dann äh hat, hat man mich zum äh Militär rüber genommen. Dann wurde ich ein jüdischer Soldat. |
| 00:52:57 | IV: Und Sie haben dann später.. sind.. haben Ihre Schwester dort wieder.. |
| 00:53:01 | JF: Wie bitte? |
| 00:53:02 | IV: Sie haben später dann Ihre Schwester dort wiedergetroffen, auch da gewohnt? |
| 00:53:05 | JF: Ich habe meine Schwester getroffen. Sie, sie war krank damals. Genau.. die war krank, sie war im äh.. in der Anstalt. |
| 00:53:14 | Und äh hat.. bis vor 15 Jahren hat sie gelebt, in einer Anstalt und.. |
| 00:53:20 | Sie war nicht verheiratet.. sie.. Das war kein, kein normaler Mensch mehr. |
| 00:53:27 | IV: Weil sie psychisch.. |
| 00:53:28 | JF: Psychisch.. |
| 00:53:28 | IV: ..psychisch krank.. |
| 00:53:29 | JF: Das war... |
| 00:53:30 | IV: ...geworden war durch die Situation. |
| 00:53:33 | JF: Das war sehr.. das einzige, was mir äh übrig blieb. (???) |
| 00:53:39 | Was, was, was noch äh.. Sonst die ganze Familie ist ja weg: |
| 00:53:43 | Vater, Mutter, die andere, alle G.., Geschwister. |
| 00:53:47 | O.. Großvater, zwei Gr.., zwei Großmütter, alles weg. (???) Onkel, Tante, alles ist weg. |
| 00:53:56 | IV: Haben Sie denn später versucht, herauszufinden, was mit denen passiert war? |
| 00:54:02 | JF: Das.. meine Frau hat mir es nicht äh.. oftmals gesagt. |
| 00:54:07 | Ich habe immer dacht.., daran gedacht, weil die ganze Familie wusste, dass, dass die Schwester in, in Palästina ist. |
| 00:54:16 | Also, jeder, der übrig bleibt, der weiß, dass, dass er nach Palästina kommen kann. |
| 00:54:22 | Und das.. kann äh.. hätten wir uns alle wieder sehen äh.. zusammen sehen können. |
| 00:54:30 | Deshalb habe ich.. hatte ich meiner na.. meiner Meinung nach kein.. hat keinen Wert, dass ich suche. |
| 00:54:40 | Ja, möglich, dass es äh Irrtum ist, ich weiß nicht. |
| 00:54:45 | Aber bis heute, keiner hat sich gemeldet. |
| 00:54:47 | IV: ...hat sich niemand gemeldet. |
| 00:54:49 | Dann sind Sie.. waren Sie beim Militär. Wie geht es dann weiter? Sie sind zum Militär gegangen in Israel.. |
| 00:54:54 | JF: Beim Militär kam nach äh.. ich war in einem Kibbuz nach, nach dem Militär. |
| 00:55:02 | Dann nach dem Militär.. Jetzt habe ich einen Blackout. {lacht} |
| 00:55:09 | IV: Ein Schluck Wasser zwischendurch vielleicht. Kleine Pause? |
| 00:55:12 | JF: Wie bitte? |
| 00:55:13 | IV: Kleine Pause und ein Schluck Wasser vielleicht. |
| 00:55:14 | JF: Gut, gut. |
| 00:55:15 | IV: Sie waren in Israel, Sie waren im Kibbuz. |
| 00:55:18 | Vielleicht erzählen Sie auch ein bisschen, wie sich das entwickelt hat. |
| 00:55:21 | Sie haben eine Familie gegründet. Einfach ein bisschen über Ihr Leben auch, wie es weiterging in Israel. |
| 00:55:27 | JF: Äh nach der Befreiung vom äh nach, nach der Befreiung vom.. von der äh äh.. Militär in Israel äh.. Na.. (???). |
| 00:55:50 | Blackout. |
| 00:55:51 | IV: Ja, überlegen Sie einfach noch ein bisschen. |
| 00:55:53 | Sie müssen es ja übersetzen, vielleicht.. |
| 00:55:57 | Was nach der Befreiung vom Militär dann war in Israel. |
| 00:56:01 | JF: Ich bin äh die ganze Zeit.. (???) Jetzt bin ich.. (???) denken auch an.. was ha.. was vorher war, bevor ich nach Israel kam. |
| 00:56:15 | Ich.. das ist mir.. ich muss zu.., zuerst das mal ausradieren. |
| 00:56:27 | {spricht hebräisch mit Sohn und Frau} |
| 00:57:04 | JF: Er hat mir.. Er hat mich erinnert. |
| 00:57:07 | IV: Gut. |
| 00:57:07 | JF: Wir waren äh.. wir haben vier Freunde äh aus dem, aus dem Militär äh.. |
| 00:57:18 | Nach, nach der Befreiung vom, vom Militär kamen wir nach äh Holon (???) nicht weit von äh Tel Aviv. |
| 00:57:29 | Im, im Süden Tel Aviv. Wir hatten uns zusammen äh.. |
| 00:57:36 | Wohnten bei einen.. bei einer.. hatten uns ein Zimmer gew.. äh gemietet. |
| 00:57:45 | Und.. |
| 00:57:50 | Na.. |
| 00:57:54 | Was, was.. von was habe ich da gelebt? |
| 00:58:00 | IV: Sie müssen nicht.. |
| 00:58:01 | JF: Ah.. wir hatten.. ja.. |
| 00:58:02 | Wir äh.. ich hatte.. ich habe einen Führerschein. |
| 00:58:09 | Ein Freund, der hatte das Geld. Ich hatte.. Geld hatte ich niemals, nie gehabt. |
| 00:58:14 | Aber ich habe wenigstens Hände und Fü.. und Fingergefühl. Und äh.. |
| 00:58:20 | Ich konnte äh... ich hatte einen Führerschein, auch hier in Israel aus.. äh.. |
| 00:58:26 | IV: Der gültig war in Israel. |
| 00:58:28 | JF: Und dann hatten wir ein Auto und.. Auto.. |
| 00:58:37 | Was ka.. Was ist mir passiert? |
| 00:58:40 | {Frau spricht hebräisch mit ihm} |
| 00:58:44 | JF: Ah ja, der Freund.. jetzt, jetzt weiß ich.. Das äh.. Führerschein (???) vergessen. |
| 00:58:54 | Mein Freund, der war guter äh.. da äh.. der hatte ein äh.. ein, ein, ein, ein Beruf.. |
| 00:59:06 | Das heißt ein Beruf für, ich weiß jetzt nicht genau, wie es heißt auf Deutsch. Äh.. |
| 00:59:14 | Er, er hatte äh Verbindungen mit ei.. mit äh, mit.. dass äh für mich dann eine Arbeit su.. äh suchen. |
| 00:59:22 | Aber ich hatte keinen Beruf. |
| 00:59:25 | Der Mann äh, der Mann, der lehrte mich Schweißen und dann.. und auf einer äh äh.. |
| 00:59:36 | Wie heißt das äh äh Pank.. Wie heißt das? Äh.. |
| 00:59:40 | Sohn: Drehbank. |
| 00:59:41 | JF: Drehbank, auf einer Drehbank äh.. Wie heiß.. |
| 00:59:45 | IV: Arbeiten einfach.. zu arbeiten. |
| 00:59:47 | JF: Zu arbeiten. |
| 00:59:49 | Und der hat.. dem.. ich habe da Freunde ge.. bekommen äh.. |
| 00:59:53 | Mich an Freunde äh, mich angeschlossen, oder wie man sagt. |
| 00:59:57 | Und die haben mich dann später in einer Kooperative aufgenommen. |
| 01:00:04 | Als Schloss.., als äh Schlosser, als äh.. und da wurde ich lang.. |
| 01:00:10 | Ich hatte als Schlosser angefangen, dann wurde ich äh als äh äh.. Wie heißt das? Äh.. |
| 01:00:20 | Das ist ein Mi.. äh Schweißer war.. Wie heißt das? Äh.. |
| 01:00:24 | IV: Schweißen. |
| 01:00:24 | JF: Schw.., Schweißen kein.. das, das äh.. |
| 01:00:28 | Und langs.. langsam wurde ich äh.. ich habe dann Kurse mitgemacht äh.. Kurse auf Elektrizität. |
| 01:00:37 | Und ich wurde äh.. Mit der Zeit wurde ich dann Mitglied in der, der Koope.. Kooperative. Und äh äh.. |
| 01:00:53 | Ich war dann äh ziemlich.. hatte einen guten äh Stand bei, bei.. in der Kooperative. Ich war ein äh.. |
| 01:01:01 | Ich habe die Kooperative verlassen, als äh.. |
| 01:01:10 | Kei.. nicht Ingenieur gehabt.. kein äh Abitur auf.. aber ich hatte äh.. |
| 01:01:17 | Kurse mitgemacht und ich war ein äh.. ein wie.. |
| 01:01:23 | JF: {spricht hebräisch mit Sohn} Sohn: Advisor. |
| 01:01:25 | JF: Advisor. Wie heißt das auf Deutsch? |
| 01:01:28 | IV: Weiß ich jetzt auch nicht. Ausbilder vielleicht oder.. |
| 01:01:32 | JF: Auf.. für, also für.. das, das ganze, ganze Fabrik.. wir waren fast 100 Leute. |
| 01:01:39 | Und ich kam.. ich hatte.. wer, wer etwas hatte äh Ber.. äh mit äh, mit äh.. Wie heißt das? |
| 01:01:48 | Mit dem Beruf äh Schw.. äh richtige Schwierigkeiten. Oder etwas nicht äh weiß oder.. |
| 01:01:56 | Es fehlen mir viele, sehr viele mil äh.. Wörter im.. |
| 01:02:01 | Und ich habe zu.., zur Zeit habe ich gut verdient da. |
| 01:02:07 | Und dann äh hatte ich den äh.. hat ein Freund.. der, der hat da sein Bruder oder seine Schw.., Schw.., Schwägerin hat, hat äh.. |
| 01:02:21 | Ich hatte bis damals.. ich kannte keine.. ich hatte keine äh äh kein äh.. Wie sagt man? |
| 01:02:31 | Ich habe keine Mädels gekannt. |
| 01:02:33 | IV: Also keine Beziehung.. |
| 01:02:34 | JF: Keine Beziehung mit.. |
| 01:02:35 | IV: Beziehung mit Frauen.. |
| 01:02:35 | JF: ..mit, mit Fr.., mit Frauen gehabt. |
| 01:02:37 | Und die, die Schwägerin, die hat meine Frau gekannt. |
| 01:02:42 | Und der, der, der Freund, der hat mich gekannt.. wir haben.. |
| 01:02:46 | Die haben äh äh zwischen uns äh.. Wie sagt man? So ein.. |
| 01:02:50 | IV: Also man würde.. in Deutschland würde man sagen "verkuppelt". |
| 01:02:53 | JF: Verkuppelt bis heute. |
| 01:02:55 | IV: Herzlichen Glückwunsch. |
| 01:02:57 | JF: Wir sind schon fünfund.. wir sind schon 65 Jahre verheiratet. |
| 01:03:02 | IV: Kinder? |
| 01:03:03 | JF: Kinder.. wir haben drei Kinder, ja. Mein Sohn ist hier und meine zwei Enkel.. Enkel und Enkelin auch da. |
| 01:03:13 | IV: Haben Sie, nachdem Sie die Familie gegründet haben.. |
| 01:03:17 | Haben Sie jemals über Ihre Vergangenheit im Konzentrationslager und den Arbeitslagern geredet? |
| 01:03:24 | JF: Am An.., am Anfang konnte ich nicht sprechen darüber. |
| 01:03:29 | Das.. jahrelang konnte ich nicht äh.. |
| 01:03:32 | Und wenn ich äh zum Beispiel im.. in der Televisi.. beim Fernsehen so ein, so ein Film, oder was.. |
| 01:03:42 | Ich konnte da nicht zu.., zusehen. Heute ist mir's viel leichter. (???) |
| 01:03:47 | Ich bin jetzt ganz.. vielmehr.. schon ruhig, schon äh psychologisch ruhig. Aber das, aber.. |
| 01:03:57 | Viele, viele Jahre konnte ich nicht. Meine Frau, die hat sich.. |
| 01:04:02 | Meine Frau, die hat mich.. nachts.. ich habe geschrien, ich habe gestoßen. |
| 01:04:07 | Das, das, das hat jahrelang gedauert. Bis heute bin ich viel, viel ruhiger geworden. |
| 01:04:16 | Manchmal bin ich noch äh äh.. |
| 01:04:19 | IV: Aufgeregt. |
| 01:04:20 | JF: Aufgeregt, ja. |
| 01:04:23 | Aber sonst äh.. wir haben ein gutes Leben. Meine Frau versteht mich. |
| 01:04:33 | IV: Haben Sie jemals vom deutschen Staat eine Entschädigung gekriegt? |
| 01:04:37 | Für diese Haftzeit, oder.. |
| 01:04:38 | JF: Ja. Ich habe sogar für meinen Vater 3.000 Mark bekommen. |
| 01:04:42 | Für meine Mutter 3.000 Mark. Da.. dass, dass man mir die Eltern ge.. ermordet hat. Äh.. |
| 01:04:50 | Ich bi.. ich bekam äh.. heute bekomme ich äh eine.. Wie heißt das? |
| 01:04:55 | Rente? |
| 01:04:56 | IV: Rente. |
| 01:04:57 | JF: Rente von 400 Mark.. 400 äh Euro. Und.. |
| 01:05:05 | Aber.. Ich, ich komme durch heute, ich habe keine.. |
| 01:05:12 | Ich habe Kinder, die haben, die haben.. alle haben studiert. |
| 01:05:16 | Auch die Enkel, alle studieren jetzt und.. |
| 01:05:21 | Gott sei Dank, ich bin, ich bin zufrieden. |
| 01:05:25 | IV: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dann wieder nach Deutschland zu reisen und auch nach Flossenbürg zu gehen? |
| 01:05:33 | JF: Ich habe darauf.. dann gedacht, wa.. wieso das ka.. wieso das äh mir passiert ist. |
| 01:05:41 | Mein Sohn hat mir damals, glaube ich äh.. wir waren.. wollten einen Besuch machen und.. |
| 01:05:49 | Entschuldigen Sie. Ich frage meinen Sohn. {spricht hebräisch mit Sohn} |
https://api.memarc.info/api/subtitles/53cf5ae9759c02644a8b4567/vtt/xx?apiKey=
https://api.memarc.info/api/subtitles/53cf5ae9759c02644a8b4567/vtt/de?apiKey=
https://api.memarc.info/api/subtitles/53cf5ae9759c02644a8b4567/vtt/en?apiKey=
Citlivé údaje
Tyto informace obsahují citlivé údaje o osobách nebo materiálech a reprodukce archiválií, které nejsou volně dostupné ani ve veřejné doméně, ale podléhají ochranným lhůtám podle archivačního a datového práva nebo omezeným právům k užívání.
V případě oprávněného zájmu můžete požádat o písemné informace. K tomu použijte funkci „Dotaz na archiv“ a vyplňte formulář žádosti.
Máte-li výzkumný projekt nebo zájem v oblasti vzdělávací politiky, můžete prostřednictvím poptávk archivu požádat o přístup k databázi.
